Spessartgrotte - Das Theater in Mainfranken

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Historie


alte Postkarte

Das Gasthaus zum Engel (Spessartgrotte)


Das älteste und bis zum Beginn der 19. Jahrhunderts einzige
Gasthaus in Langenprozelten, früher "Zum goldenen Engel".
Gemeint war der Heilige Michael.



Verleihung der Schankrechte durch die Grafen von Rieneck, die seit dem 12. Jh. Gerichtsherren und auch die Grundherren des Dorfes Langenprozelten waren. Verliehen wurden die Schankrechte an die politische Gemeinde Langenprozelten, die das Wirtshaus errichtete und gegen einen Pachtschilling vergab.

Im Jahr 1711 hatte der Engelwirt 31 fl. für die Pacht auch 2 Eimer (80 Liter) Wein abzugeben, 1731 für jeden Nachbarn 1 1/2 Maß Wein und 2 Wecken, 1738 3 Eimer Wein und 6 Wecken.

Mit dem Beginn der Neuzeit (um 1550) bekam das Gasthaus zum Engel eine besondere Bedeutung, da die Gerichte, die bisher unter freiem Himmel, unter den Linden, abgehalten wurden, in geschlossene Räume verlegt wurden. Eine Stube im oberen Stock wurde zum Dorfgericht erklärt, dort tagte das Peters- und Luciengericht bei schlechter Witterung (Theatersaal). Bei schönem Wetter tagte das Gericht in dem halbkreisförmigen Vorbau, der sog. Gerichtslaube (Biergarten). Hier befand sich auch der gemeindliche Pranger, an dem Diebe und Lästermäuler zur Schau gestellt wurden. Zanksüchtigen Frauen wurde hier die "Geige" umgelegt, oder Verurteilte wurden in den "Bock" gesteckt.

So war der Engel jahrhundertelang der gesellschaftliche und politische Mittelpunkt der Gemeinde.

1796/97 zerstörten die Franzosen unter anderem das hier aufbewahrte Gemeindearchiv vollständig.

1805 war die Gemeinde, die noch schwere Kriegslasten zu tragen hatte, gezwungen, das heruntergekommene Anwesen zu verkaufen. Die kurfürstliche Landesdirektion erteilte die Genehmigung zum Verkauf. Am 21. Februar 1806 wurde die Gemeindewirtschaft für 2000 fl. an Johann Adam Hörniß verkauft mit allem Mobiliar: 3 Tafeln, 2 Tische, 3 langen Bänke und Stühle. Der Käufer genießt Wach- und Fronfreiheit und behält das Recht, bei Hochzeiten, Kindstaufen und Begräbnissen den Wein zu zapfen. Das Gerichtszimmer hat er freizuhalten und nicht zu bewohnen.

Um 1850 war Johann Herch Besitzer der Engelwirtschaft. Er verkaufte das stark verschuldete Anwesen an seine Tochter Dorothea und seinen Schwiegersohn Andreas Schmitt am 17. Juli 1852 (Datum in Sandsteinbogen Gewölbekeller).

1968 wurde das Anwesen von Friedrich und Anneliese Lussert vom Vorbesitzer Adolf Kasimir erworben. Anfang der 70er Jahre bekam der Saal im oberen Stock, der früher als Tanzsaal genutzt wurde, seinen grottenähnlichen Charakter. Der Name SPESSARTGROTTE entstand.

Im Mai 1986 Gründung der Kleinkunstbühne Spessartgrotte, die seit 1989 mit eigenen Theaterproduktionen als Theater Spessartgrotte geführt wird.




 


Spessartgrotte | Leitung: Helga Hartmann | Mainuferstr. 4 | 97737 Gemünden-Langenprozelten | Tel: 0 93 51 / 34 15 |


Spessartgrotte
Mainuferstraße 4 | 97737 Gemünden-Langenprozelten | Tel.: 0 93 51 / 34 15 |