Spessartgrotte - Das Theater in Mainfranken

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Pressestimmen



von Inken Kleibömer am 17.10.2016

Witziges von den Wechseljahren
"Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt"
hatte Premiere in der Spessartgrotte

LANGENPROZELTEN Männer haben ja keine Ahnung, was Frauen im Alter um die 50 alles mitmachen! Und dann noch den 50. Geburtstag mit Familie oder mehr oder weniger lieben Freunden in einem "spießigen Lokal" feiern müssen: ein Albtraum.
Wie Doris Goldstein-Wagner diesem Getue aus dem Weg gehen will, dabei allerdings den Einfallsreichtum ihres Gatten außer Acht lässt, und wie sie von der aufdringlichen Fürsorge ihrer Mutter schweißtreibend auf die Palme gebracht wird, ist der Inhalt der neuen Produktion in der Spessartgrotte.
Helga Hartmann führt in dem Bestseller "Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt" von Dora Heldt Regie - eine witzige Art, die gefürchteten Wechseljahre in Frage zu stellen und ihnen dabei ein Schnippchen zu schlagen: "Das Älterwerden mit seinen Höhen und Tiefen hat doch auch etwas ganz Wunderbares!" Das zahlreich anwesende Premierenpublikum im besten Alter amüsierte sich köstlich über die Wortspiele in der flotten Inszenierung.
Doris (Iris Katzer) hatte es vorgezogen, mit den Schulfreundinnen Anke (Tanja Green) und Katja (Astrid Andresen) in einem Wellnesshotel ein komfortables Wochenende zu verbringen. Bei viel Sekt und Erdbeeren wurden Erinnerungen wach, ein "Nichtangriffspakt" wurde geschlossen, so dass die Themen nicht verletzend vorgebracht wurden: Wie war das nun tatsächlich mit den beruflichen Träumen, dem wirklichen Liebesleben und dem Zurechtkommen mit dem derzeitigen Dasein? Dabei traten teilweise erschütternde Wahrheiten zu Tage, aber wahre Freundschaften sind einfach gut.
Auch Männer amüsierten sich
Unterbrochen wurde die traute Dreisamkeit durch Doris' Mama (Grazia Dominante), die fünf verschiedene Rollen verkörperte, und den Gatten Torsten (Michel Schäfer), der vier Rollen spielte. Sie alle hatten ihre typischen Rollen bestens im Griff und verspürten mit einem Mal keinerlei "Wallungen" mehr. Sie sorgten für einen sehr unterhaltsamen Abend, auch für Männer.








von Michaela Schneider am 27.10.2016

Hitzewallung und Hormonchaos
Komödie:
Spessartgrotte Langenprozelten bringt "Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt"

GEMÜNDEN-LANGENPROZELTEN
Gefühlte 2000 Hitzewallungen plagen Doris Goldstein-Wagner Tag für Tag. Die Wechseljahr-Nebenwirkung redet sie sich kurzerhand schön mit dem Satz "Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt". Jetzt ist die gleichnamige Komödie nach dem Bestseller von Dora Heldt in der Spessartgrotte zu sehen. Regie führt Helga Hartmann. 2011 hatte das Buch den Sprung auf Platz 1 der Bestsellerlisten geschafft - und erobert seit geraumer Zeit auch als Schauspiel kleine und größere Bühnen.
Zum Inhalt: "Mit 50 merkt man als Frau, dass die besten Jahre vorbei sind", beklagt Doris (Iris Katzer) frustriert. Man fühle sich wie Jennifer Lopez - und sehe aus wie Mutter Beimer. Kurzerhand beschließt sie, einer Geburtstagsfeier im Familienkreis zum Runden zu entfliehen. Stattdessen lädt sie die einst besten Schulfreundinnen Anke (Tanja Green) und Katja (Astrid Andresen) zum Wellnessurlaub an die Ostsee ein. Bald zeigt sich, dass bei den drei Frauen nicht alles im Leben rosig gelaufen ist, auch manche Sünde der Vergangenheit kommt ans Tageslicht. Dramatisch? Ganz und gar nicht, denn die drei Frauen merken, dass älter werden mit allen Höhen und Tiefen etwas Wunderbares sein kann.
Gespielt wird im recht schlichten Bühnenbild - drei Wände und diverse, wechselnde Sitzgelegenheiten genügen. Stattdessen spielt Andy Hartmann mit Licht, Farbe und Schatten - lässt etwa vor projektiertem Sternenhimmelturteln oder hinter der Leinwand wie im Schattenspiel agieren. Mehr braucht es nicht, die gut gemachten Effekte werten die kleine Bühne auf. Zudem liegt der Fokus so erst recht auf der quirligen Handlung.
Wandlungsfähigkeit
Katzer, Green und Andresen sind gut in den Rollen der drei Freundinnen. Die erste, Iris Katzer als Doris, stolpert - "nicht verrückt, sondern verhaltensoriginell" - von einer Stimmungsschwankung in die nächste; die zweite, Tanja Green spielt wunderbar witzig die kurzsichtige, biedere Anke - und verwandelt sich im Laufe des Abends mit blonder Perücke in einen urkomischen Miss-Piggy-Verschnitt; und die dritte, Astrid Andresen, geht in der Rolle der gealterten, aber immer noch attraktiven Katja auf - kein Wunder, die hält sich schließlich mit jüngeren Männern und Sex fit. Alle drei spielen überdreht, doch liebenswert.
Die eigentlichen Bühnenstars des Abends sind Michel Schäfer und Grazia Dominante, die jeweils gleich in vier Rollen schlüpfen. Als Pseudo-Italiener Rinaldo lässt Schäfer unter anderem mit hochgezogener Augenbraue prüfend den Blick über die Damen schweifen - und entpuppt sich als Sachse. Als Georg schmachtet er versonnen grinsend Anke an. Noch spaßiger wird es, als er als hessischer Tattergreis und Ex-Liebhaber von Katja auftritt. Als ähnlich wandlungsfähig entpuppt sich Grazia Dominante - ob als naive Angelique oder als Doris' herrische Mutter, bei der selbst der Pyjama farblich perfekt auf die rotbraune Perücke abgestimmt ist.
Ganz so pointiert-spritzig wie Dora Heldts Platz-1-Bestseller kommt das Schauspiel vielleicht nicht rüber. Trotzdem sind die Zuschauer in der Spessartgrotte gut unterhalten dank der hochengagierten Schauspieler. Vor allem nach der Pause nimmt die Komödie an Fahrt auf.






von Nicole Oppelt

Wallungen im Herbst
Die Spessartgrotte zeigt Dora Heldts Komödie "Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt"

Während Herren mit 50 in den "besten Jahren" schwelgen, verspüren Damen nicht selten die Gefahr, schon bald dem "Club der alten Schachteln" anzugehören. Entsprechend gehen beide Geschlechter unterschiedlich mit diesem einschneidendem Datum um. Während sich Doris Goldstein-Wagner (Iris Katzer) kurz vor ihrem runden Geburtstag noch eher wie Jennifer Lopez fühlt, aber fürchtet, demnächst wie Mutter Beimer auszusehen, hat ihr Mann Torsten (Michel Schäfer) genau das Gegenteil im Sinn. Er plant eine große Party zu Ehren seiner Liebsten. Und das will Doris auf gar keinen Fall. Sie sucht ihr Heil in der Flucht und versucht dem 50. mit ihren ehemaligen Schulfreundinnen Anke (Tanja Green) und Katja (Astrid Andresen) zu entkommen. Doch das Wellness-Wochenende an der Ostsee entwickelt sich andres als geplant. Zwischen ausgelassenen Albernheiten unter "Mädels", Interventionen von Doris' Mama (Grazia Dominante) und Michel Schäfer, der wie Dominante gleich mehrere Rollen zu bestreiten hat, blitzt immer wieder der "Ernst des Lebens" durch. Was ist aus den Träumen der Jugend geworden? War das jetzt alles? Die drei Protagonistinnen arbeiten sich ab an den Fragen, die in der Mitte des Lebens auftauchen. Für die drei Freundinnen scheint die Vergangenheit aber kein Grund zum Hadern zu sein. Im Gegenteil: Sie nutzen ihre "Herbst-Wallungen" und setzen neue Energien frei. Das Fazit des kurzweiligen Theaterabends fällt erbaulich aus: Mit 50 muss man viel, aber noch nicht über einen Heimplatz nachdenken.


 


Spessartgrotte | Leitung: Helga Hartmann | Mainuferstr. 4 | 97737 Gemünden-Langenprozelten | Tel: 0 93 51 / 34 15 |


Spessartgrotte
Mainuferstraße 4 | 97737 Gemünden-Langenprozelten | Tel.: 0 93 51 / 34 15 |